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Schulhunde

 

 

 

 

Shannon, Josh, Kate, Lynn und Cedric dürfen mich auch bei meiner Arbeit am Gymnasium Tutzing begleiten. Seit 2005 habe ich die Hunde auch während des Biologieunterrichts dabei. Natürlich nicht alle fünf gleichzeitg, aber einen oder zwei. Alle fünf sind mit von der Partie, wenn es zum Wahlkurs "Lernen mit Hunden" geht. Bei diesem wohl deutschlandweit einmaligen Wahlkursangebot am Gym Tutzing nehmen nicht nur Kinder mit eigenem Hund, sondern auch Kinder ohne Hund teil, die dann aben mit einem der Borders arbeiten.

 

Die Hunde bewegen sich während des normalen Unterrichts frei im Klassenzimmer und sie begleiten mich auf meinen Gängen durchs Schulhaus.

Die Borderbande kriegt i.d.R. die Türen aufgehalten (freut mich besonders, wenn ich Unterrichts- und Demomaterial durch die Schule transportieren muss :-)), man hat ein Lächeln für sie,  Kinder und Erwachsene sprechen sie an, streicheln sie, manche versinken regelrecht im Hundefell. "Ich musste grad  mal ein bischen Kraft tanken" höre ich dann schon mal, wenn die Streicheleinheiten beendet wurden.

Manche Schüler bleiben nach dem Unterricht, um mir etwas zu erzählen, sie umringen uns in den Pausen und ich bekomme Elternbesuche, weil diese neugierig sind, auf den Lehrer, dessen Hunde so oft Tagesgespräch sind. Schön, dadurch erfahre ich mehr über meine Schüler.

 Ihren Job als Schulhund nehmen alle fünf sehr gerne wahr und begrüßen die Schüler, meine Kollegen und die Mitarbeiter jeden Schultag freudestrahlend.

Fernsehbeitrag vom 26.10.09, gedreht von Julia Schlegel

 

Schulhunde gibt es in Deutschland an zunehmend mehr Schulen - gut so, denn Untersuchungen von Brita Ortbauer haben ergeben, dass schon die regelmäßige Anwesenheit eines Hundes im Klassenverband erstaunliche Veränderungen bewirkt:

 

  • Schüler gehen lieber zur Schule
  • Außenseiter werden aus ihrer Isolation geholt
  • Auffälligkeiten (Lärmpegel, Gewaltbereitschaft, etc.) reduzieren sich
  • Positive Sozialkontakte werden gefördert
  • der höfliche, rücksichtsvolle Umgang miteinander wird gefördert
  • Lehrer werden mehr beachtet.
  • Hunde können einen Teil der emotionale Seite abdecken die in der Schule i.d.R. zu kurz kommt
  • Hunde fördern den Kontakt zwischen Lehrer und Schülern, d.h. der Lehrer erfährt mehr von den Kindern und kann ihnen so auch besser auf der Ebene Mensch-Mensch begegnen
  • eine Zusammenstellung zahlreicher Forschungen zum Thema Wirkungen von Hunden auf Menschen siehe hier

 

 

Ich setze meine Hunde bei Bedarf auch als lebende Beispiele im Biologieunterricht ein, aber auch bei Unterrichtsbesuchen bei Kollegen (Deutsch, Sozialkunde - Kampfhundediskussion,  Erdkunde -Lawinen und ihre Gefahren, etc.). Sie sind im Schulhaus gern gesehen und bieten immer wieder den Ansatzpunkt für ein Gespräch mit Schülern, Kollegen, Mitarbeitern.

 

Einige Themen werden von besorgten Eltern zu Beginn des Projekts in einer Klasse immer mal angesprochen, hier besteht z.T. Unsicherheit:

 

Allergien

Allergische Reaktionen können durch Tierhaare, Speichelbestandteile, Hautschuppen oder Urinbestandteile ausgelöst werden. Dabei lösen Nagetiere und Katzen wesentlich häufiger Allergien aus als Hunde! Nach einer Studie mit über 25.000 Jugendlichen im Alter von 12-14 Jahren in GB liegt das Risiko allergischer Reaktionen auf Tiere allgemein bei ca. 5%.
Es zeigt sich, dass bei Schülern, die angeblich allergisch auf Hunde reagieren, häufig kaum Reaktionen festzustellen sind. Denn Menschen reagieren nicht allgemein auf Hunde allergisch, sondern nur auf spezielle Hunde!

In Leipzig ist in mehr als zehn Jahren tiergestützter Therapie mit 300 PatientInnen in der kinderpsychiatrischen Klinik bislang kein Fall einer allergischen Reaktion nach Tierkontakt aufgetreten. (Anke Prothmann: Tiergestützte Kinderpsychotherapie 2007).

Nach Erfahrungen, auch in anderen Schulen und Therapiekliniken, in denen Hunde eingesetzt werden, reicht es schon, wenn die Schüler keinen direkten Körperkontakt mit dem Hund aufnehmen, oder man bei „Heuschnupfen-Kindern“ in der Phase der höchsten Belastung (Pollenflug) die Hunde vorübergehend nicht mit in die Klasse nimmt. Hier geben die Schüler Rückmeldung, wann „es“ geht, wann nicht. In den 25 Klassen der vergangenen 5 Jahren wurde das so praktiziert und war 2x vorübergehend notwendig.

 

Angst – Angst vor Beißunfällen

Einige Schüler haben zu Beginn Angst vor Hunden. Darauf wird natürlich Rücksicht genommen, Ich kann die Wege der Hunde auch im Klassenzimmer steuern, so dass ein Schüler, der keinen Kontakt mit einem Hund aufnehmen möchte, dies nicht muss. Häufig sind aber auch ängstliche Kinder dennoch vom Schulhund fasziniert und immer wieder bestrebt in seine Nähe zu gelangen, obwohl die räumlichen Voraussetzungen im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof Distanz zulassen.

Die Vermittlung von „Hundethemen“ im Rahmen des Schulhundprojekts, („wie muss ich mich verhalten, wenn ein Hund auf mich zukommt? „was bedeutet es, wenn….?“) hilft den Schülern im Alltag beim richtigen Umgang mit fremden Hunden.
Die Gefahr von Beißunfällen wird dadurch deutlich minimiert. Die meisten Unfälle zwischen Kindern und Hunden treten übrigens im häuslichen Bereich durch den eigenen Familienhund auf – können  aber natürlich auch durch falschen Zu- und Umgang mit Fremdhunden passieren. Deshalb wird das „richtige“ Verhalten gegenüber Hunden auch während des Schuljahres immer wieder aufgegriffen werden.
Über viele Monate kann es gelingen durch die freundliche Ausstrahlung der Hunde, ihre Sanftheit und ihren Gehorsam Kontakt zwischen den SchülerInnen und dem Hund herzustellen. Ängste werden abgebaut, ein spannungsfreier Umgang mit Hunden ermöglicht.

Weitere Informationen zum Thema „tiergestützte Pädagogik“ unter www.schulhundweb.de

 
Wir sind Mitglied beim Arbeitskreis Schulhund in Bayern und haben uns auch der freiwilligen Selbstverpflichtung angeschlossen.

 

 

 

 

 

©1A TEAMWORK  | letztes update 21.4.17 tel.0174 695 23 37 info(at)1a-teamwork.de